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THEMA: Wie verlässlich recherchiert Fomenko?

Wie verlässlich recherchiert Fomenko? 08 Dez 2015 16:25 #10303

Angeregt durch den neuen Artikel (Von den Verfassern der Neuen Chronologie Anatoliy Fomenko, Gleb Nosovskiy) habe ich mir heute eines seiner Ebooks heruntergeladen (Book 12: USA has Issues with Maps of 18th century), weil mir sein Ansatz interessant schien, historische Daten anhand der ersten Britannica von 1771 zu überprüfen. Die drei Bände dieser Britannica findet man mit etwas Mühe bei Google-Books zum Download (bei books.google.de nach 'Britannica 1771' suchen).

In seinem genannten Buch beschäftigt sich Fomenko u.a. mit den Landkarten, die in der Britannica unter dem Stichwort 'Geography' abgedruckt sind und zeigt auch originalgetreue Kopien und Ausschnitte dieser Karten. U.a. behandelt er einen Ausschnitt, der den nahen Osten (Israel, Palestina, Libanon) zeigt.



Aus dieser Karte leitet Fomenko ab (Ebook Loc 194 of 4206):

The Encyclopedia Britannica of 1771 came out before the Egyptian campaign of Napoleon, whereas the Biblical names postdate this expedition (they were introduced in the early XIX century). Western Europeans of the early XIX century had simply been unfamiliar with the locale.

.

Und etwas später (Loc 207 of 4206):


...there is neither the Dead Sea, nor River Jordan anywhere in sight (...). It is perfectly clear that the compilers of this map had known the geography of this part of the Middle East rather badly.


Ist das wirklich so?

Einmal schnell googlen ('Historical Maps of Palestine') führt u.a. zu folgender Webseite:
en.wikipedia.org/wiki/Ottoman_Syria
und darin zu einer zeitgenössischen Karte von 1701 (!):
en.wikipedia.org/wiki/File:1701_Guillaum..._Persian_Empires.jpg



Wie man sieht: Alles da! Entgegen Fomenkos Behauptung alles bekannt! Nur passt das leider nicht zu dem, was Fomenko danach erzählt.
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Letzte Änderung: von kronos. Begründung: Rechtschreibfehler korrigiert

Wie verlässlich recherchiert Fomenko? 08 Dez 2015 19:54 #10304

Ich werde das in Kürze (aktuell fehlt mir gerade die Zeit) anhand seiner frechen Märchenstunde um Jesus belegen.

Soviel vorab: Gallier gab es an vielen Orten! Jesus aber nur in Palästina (Galiläa)

Gunnar Heinsohn ist im besten positiven Sinn Lichtjahre von Fomenko entfernt.
Er argumentiert wahrlich rational und mit wissenschaftlichen Belegen, Fomenko hingegen statistisch, etymologisch verwirrend (= antikabbalistisch) und zudem gefällt er sich als großer russischer Märchenerzähler. Im Grunde kommt er nie auf den Punkt. Das ist einer seiner Tricks!

Wie bereits erwähnt, ist lediglich seine statistische Analyse der Herrscherabfolgen für die
Geschichts(re-)konstruktion von (bedingtem) Interesse. Diese ist zwar sehr vielfältig, aber in keiner Weise kompliziert und damit auch kinderleicht von jedermann zu verstehen.

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Letzte Änderung: von Tuisto.

Wie verlässlich recherchiert Fomenko? 09 Dez 2015 10:17 #10305

Jesus aber nur in Palästina (Galiläa)


Was ist dann mit den Berichten aus Indien und Japan?

Die lokalen Berichterstatter lassen sich von niemanden davon abbringen,
dass es dort Überlieferungen um die Jesusgestalt gibt -

Ich hoffe nicht, dass diese auch irre sind!

Oder zumindest geirrt haben, wenn man das Wort "irre" zugrunde legt.
Das Wort "irre" führt zu den Iren.

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Letzte Änderung: von Ingwer.

Wie verlässlich recherchiert Fomenko? 09 Dez 2015 11:34 #10306

@Ingwer

Was ist dann mit den Berichten aus Indien und Japan?

Die lokalen Berichterstatter lassen sich von niemanden davon abbringen,
dass es dort Überlieferungen um die Jesusgestalt gibt -


Irgendwelche Links zum Nachlesen?

Ansonsten enthält der Film Zeitgeist (etwa von Minute 10 bis Minute 35) eine hervorragende Zusammenfassung und Erklärung des Jesus-Mythos:

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Letzte Änderung: von kronos.

Wie verlässlich recherchiert Fomenko? 09 Dez 2015 11:41 #10307

Es gibt keine Berichte, wonach Jesus in Indien oder Japan geboren wurde und gelebt hat.

Es existieren Legenden, wonach er nach seiner Kreuzigung in Jersualem, die er überlebte (oder ein anderer hing für ihn am Kreuz) nach Kaschmir auswanderte.

Unabhängig davon ist längst bewiesen, dass das NT eine gematrische Übertragung des Tathagata-Evangeliums ist. Dieses dürfte aber der noch älteren Dionysos-Legende entnommen sein,bei der wiederum himmlische Gegebenheiten auf fiktive Götter/Personen, Länder und Regionen übertragen wurden.

Es geht daher nie um einen historischen, sondern immer nur um einen literarischen Jesus, der aber eben im NT von den Konstrukteuren in Palästina angesiedelt wurde. Der Saka-Buddha hingegen in Nordindien.

Es liegt also auf der Hand, wie es zu der Legendenbildung des Buddha-Jesus in Kaschmir und dem buddhistischen Japan kam.

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Letzte Änderung: von Tuisto.

Wie verlässlich recherchiert Fomenko? 09 Dez 2015 11:42 #10308

"Kronos",

Der Titel Ihres Threads geht der Frage nach, wie verlässlich Fomenko bei der Beurteilung von alten Landkarten ist.

Dazu sollte man zuerst das fragliche Buch von Fomenko kennen.

Soweit ich das beurteilen kann, handelt es hier eher um ein Detail-Problem: Wie verlässlich sind alte Landkarten und in welche Zeit sind sie zu setzen?

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Wie verlässlich recherchiert Fomenko? 09 Dez 2015 12:11 #10309

@Allrych

Der Titel Ihres Threads geht der Frage nach, wie verlässlich Fomenko bei der Beurteilung von alten Landkarten ist.


Eigentlich nicht. Ich fragte, wie verlässlich Fomenko recherchierte. Diese Karten haben mich einfach stutzig gemacht, sodass ich selbst ein wenig nachgebohrt habe. Ich habe mir die Britannica 1771 besorgt. Und ich habe im Internet gesucht, ob es noch andere Karten aus der Zeit vor 1771 gegeben hat, die Fomenkos Behauptung, der nahe Osten sei in Westeuropa im Wesentlichen unbekannt gewesen, stützen oder widerlegen könnten. Und siehe da: Ich habe mindestens zwei Karten gefunden, auf denen Details eingezeichnet sind, die der Behauptung Fomenkos folgend, nicht hätten bekannt sein dürfen. Diese Recherche hätte Fomenko auch durchführen können und als sorgfältiger Autor auch durchführen müssen.

Jedenfalls hat Fomenko damit für mich in diesem einen Punkt nicht sorgfältig und verlässlich genug recherchiert. Was seine anderen Aussagen angeht, kann ich mir kein Urteil erlauben, weil ich es nicht nachgeprüft habe. Es könnte ja sein, dass andere Teilnehmer dieses Forums ähnliche Erfahrungen berichten können.

Dazu sollte man zuerst das fragliche Buch von Fomenko kennen.


Was veranlasst Sie zu der Annahme, dass ich dies nicht tue?

Ich habe Fomenko aus seinem Buch in gebotener Kürze wörtlich zitiert und die entsprechenden Stellen angegeben. Fomenko baut seine Argumentation darauf auf, dass er gerade die Britannica 1771 herangezogen habe, weil diese den damaligen Stand der Wissenschaft repräsentierte. Er hat sich im genannten Kontext der 'Geography' auf die Britannica als alleinige Quelle verlassen und war damit, wie sich zeigt, nicht gut beraten. Andererseits brauchte er aber die 'Unwissenheit der Westeuropäer', um im Folgenden seine Argumente über die sogenannten Kreuzüge darzulegen. Er schreibt explizit (Loc 207 of 4206):

This map from the Britannica makes it even more obvious that no European had visited these parts before the XVIII century, and that the real crusades had had an altogehter different itinerary and destination. The first military compaign of the Westeners to these parts had been the expedition of Napoleon.


Und zu Ihrem letzten Satz:

Soweit ich das beurteilen kann, handelt es hier eher um ein Detail-Problem: Wie verlässlich sind alte Landkarten und in welche Zeit sind sie zu setzen?


Ganz und gar nicht. Es geht nicht um die Verlässlichkeit alter Landkarten, sondern darum, welche Quellen jemand auswählt, der die Geschichtsschreibung umkrempeln will. Denn bei einem solchen Anspruch sollte man sich in leicht zu entlarvenden Details nicht so leicht angreifbar machen. Wie gesagt: Was Fomenko sonst schreibt, kann ich nicht beurteilen. Aber was ich hier beurteilen kann, ist doch recht ernüchternd, zumal es sich nicht um einen Flüchtigkeitsfehler handelt, sondern um eine Aussage, mit der eine spätere Argumentation gestützt werden soll.

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Letzte Änderung: von kronos.

Wie verlässlich recherchiert Fomenko? 09 Dez 2015 12:23 #10310

"Kronos",

Es soll kein Missverständnis aufkommen: ICH kenne das Buch von Fomenko nicht.

Aber ich verstehe jetzt, worum es geht: Wie steht es um die Kenntnis des Nahen Orients
in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, also vor Napoleon?

Hier sage ich aus meiner Kenntnis: Das heilige Land Palästina wurde um diese Zeit nur
vage mit der Levante identifiziert. Jerusalem war wie Rom und Neapel überall.

Erst im frühen 19. Jahrhundert kamen detaillierte Beschreibungen und Kenntnisse der
Levante im Westen auf.

Von den Burgen der Kreuzfahrer wusste zum Beispiel vor 1800 noch niemand im Westen.

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Wie verlässlich recherchiert Fomenko? 09 Dez 2015 13:01 #10311

@Allrych

Aber ich verstehe jetzt, worum es geht: Wie steht es um die Kenntnis des Nahen Orients
in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, also vor Napoleon?

Hier sage ich aus meiner Kenntnis: Das heilige Land Palästina wurde um diese Zeit nur
vage mit der Levante identifiziert. Jerusalem war wie Rom und Neapel überall.

Erst im frühen 19. Jahrhundert kamen detaillierte Beschreibungen und Kenntnisse der
Levante im Westen auf.



Wie wäre es hiermit (1598):

sxetikos.kypros.org/Maps/Cyprus-Maps-93x.htm

Für meinen Geschmack ist das ziemlich detailliert.
Oder hier (1696, 1707, 1740):

en.wikipedia.org/wiki/Ottoman_Syria#Cont...-Tanzimat_reforms.29

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Letzte Änderung: von kronos.

Wie verlässlich recherchiert Fomenko? 09 Dez 2015 15:12 #10312

Wie wäre es hiermit (1598):

sxetikos.kypros.org/Maps/Cyprus-Maps-93x.htm


Die oben benannte Karte stammt von W. v. Schadow (1788 - 1862)!
Seine Initialen sind sichtbar eingefügt!

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Wie verlässlich recherchiert Fomenko? 09 Dez 2015 16:23 #10313

@Ingwer

Die oben benannte Karte stammt von W. v. Schadow (1788 - 1862)!
Seine Initialen sind sichtbar eingefügt!


Vielleicht bitten Sie die Zyprioten, den entsprehenden Eintrag zu korrigieren.
Ich habe den Link von hier:

sxetikos.kypros.org/Maps/

(und zwar: die Zeile G. Rosaccio - J. Franco).

Wenn man nach 'Franco AND Rosaccio' googlet, findet man zahlreiche Links auf Webseiten, die alle alte Karten aus der Zeit um 1600 von Rosaccio und Franco anbieten, u.a. eine mit dem Titel 'The Holy Land':

alteagallery.com/stock_largeimage.php?ref=9135&image=9135.jpg

Alle von W. v. Schadow, wo der doch als Nazarener ganz andere Sujets im Sinn hatte?
Außerdem ist Schadow als Kartograf zumindest bei der Wikipedia unbekannt:
de.wikipedia.org/wiki/Kartograf

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Letzte Änderung: von kronos.

Wie verlässlich recherchiert Fomenko? 09 Dez 2015 16:30 #10314

Kronos,

Die Zuschreibungen von "Ingwer" darf man nicht ernst nehmen: Er versucht konsequent alles ins 19. Jh. zu verschieben.

Einmal hat er mir vorgeschlagen, einen Berner Maler, den ich um 1770 ansetze, mit einem Berliner (!) Künstler um 1840 gleichzusetzen.

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Wie verlässlich recherchiert Fomenko? 09 Dez 2015 17:12 #10316

Kronos,

Die Zuschreibungen von "Ingwer" darf man nicht ernst nehmen: Er versucht konsequent alles ins 19. Jh. zu verschieben.

Einmal hat er mir vorgeschlagen, einen Berner Maler, den ich um 1770 ansetze, mit einem Berliner (!) Künstler um 1840 gleichzusetzen.


@Allrych,
Du hast von dieser Materie wenig bis gar keine Ahnung!
Du versuchst Dich als Universalgenie in allen Bereichen.

Dies gibt es heute schon lange nicht mehr. Der letzte war Humbold.

@Kronos,

Wikipedia ist auch nicht unbedingt der Reisser! Da kann jeder schreiben, was man für lustig hält!

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Wie verlässlich recherchiert Fomenko? 09 Dez 2015 17:43 #10317

Ingwer,

Ein Universalgenie bin ich nicht. - Aber einfach alles in die Zeit um 1850 zu versetzen, ohne Angabe von Argumenten, ist primitiv.

Wikipedia ist so konservativ wie früher die Lexika von Meyer und Brockhaus. - Aber zu behaupten, jeder könne reinschreiben, was er für lustig findet, heisst alle Erkenntnis und Wissenschaft für nichtig zu erklären.

Wenn dem so wäre, brauchten wir nicht hier über Geschichte zu diskutieren.

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Wie verlässlich recherchiert Fomenko? 10 Dez 2015 11:54 #10318

Einer geht noch: Abbildung 12.34 aus 'Book 12: USA has Issues with Maps of 18th century' (Loc 535 of 4206 auf meinem iPad oder 529 auf meinem PC).
Abbildung und Text weichen voneinander ab. Das ist hier unwesentlich, aber Zeichen salopper Arbeit.
Ich möchte das zur Diskussion stellen: Sollte man bei derartigen Werken mit 'wissenschaftlichem' Anspruch so kleinlich oder pedantisch sein oder nicht? Man beachte, dass Fomenko selbst ausdrücklich 'many geographical inconsistencies' erwähnt, also (zumindest was Karten anbetrifft) Wert auf Kleinigkeiten legt.


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Letzte Änderung: von kronos.

Wie verlässlich recherchiert Fomenko? 11 Dez 2015 15:13 #10319

Die Sache mit der Britannica ist meiner Ansicht nach ein simpler und leicht verständlicher Übersetzungsfehler (2. Ausgabe / Band 2). Aus Kostengründen wurde wohl auf Muttersprachler verzichtet. Fomenko bezieht sich hier auf dieses Werk weil es eine eher verlässliche Quelle der damaligen Zeit ist. Man sollte nicht vergessen, dass im 19. Jhdt. nicht nur der Schliemann-Schatz sondern auch eine Vielzahl an "alten" Karten produziert wurden.
Folgende Benutzer bedankten sich: Ingwer

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Wie verlässlich recherchiert Fomenko? 11 Dez 2015 16:36 #10320

@Cavallier

Die Sache mit der Britannica ist meiner Ansicht nach ein simpler und leicht verständlicher Übersetzungsfehler (2. Ausgabe / Band 2). Aus Kostengründen wurde wohl auf Muttersprachler verzichtet.


Ich verstehe jetzt nicht, worauf Sie sich beziehen. Das Bild ist mit Text und Abbildung komplett dem Buch von Fomenko entnommen. Es zeigt die Originaltitelseite von Vol. III, obwohl es die Titelseite von Vol. II sein müsste (die es auch gibt). Eigentlich ein eher unbedeutender handwerklicher Flüchtigkeitsfehler. Aber die Frage war, ob man solche Fehler in diesem Kontext tolerieren sollte, wenn der Autor selbst auf derartige Details Wert legt.

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Letzte Änderung: von kronos.

Wie verlässlich recherchiert Fomenko? 11 Dez 2015 19:03 #10321

Da habe ich sicherlich etwas falsch verstanden. Aber es ging mir doch vor allem darum, darauf hinzuweisen, dass viele Karten, die älter sind als die besagte Britannica-Ausgabe, leider nur Fälschungen sind. Die Britannica dürfte das damalige State of the Art gewesen sein. Dass es viel ältere, genauere Karten gegeben haben soll, ist meiner Ansicht nach unwahrscheinlich.

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Wie verlässlich recherchiert Fomenko? 11 Dez 2015 19:33 #10322

Aus geschichtskritischer Sicht ist ferner zu erwähnen, dass das Erscheinungsdatum der Erstausgabe der Encyclopedia Britannica - um 1770 - kaum stimmen kann.

Ich schätze, diese Enzyklopedie ist mindestens 10, besser 20 Jahre später anzusetzen.

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Wie verlässlich recherchiert Fomenko? 12 Dez 2015 10:57 #10323

@Allrych

Ich schätze, diese Enzyklopedie ist mindestens 10, besser 20 Jahre später anzusetzen.


Ohne den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und ohne die Gründung der Vereinigten Staaten (1776)?
Im Bild der einschlägige Ausschnitt aus der Ländertabelle unter dem Stichwort 'Geography':


Anhänge:

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Wie verlässlich recherchiert Fomenko? 12 Dez 2015 11:34 #10324

@Cavallier

Aber es ging mir doch vor allem darum, darauf hinzuweisen, dass viele Karten, die älter sind als die besagte Britannica-Ausgabe, leider nur Fälschungen sind.


Kann man das irgendwo nachlesen? Gibt es vielleicht Links auf Fälschungshinweise?

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Wie verlässlich recherchiert Fomenko? 12 Dez 2015 17:36 #10325

kronos schrieb: @Cavallier

Aber es ging mir doch vor allem darum, darauf hinzuweisen, dass viele Karten, die älter sind als die besagte Britannica-Ausgabe, leider nur Fälschungen sind.


Kann man das irgendwo nachlesen? Gibt es vielleicht Links auf Fälschungshinweise?


@Kronos:

Sei versichert, da kommt nie etwas!
Zumal es nicht um Links geht, sondern um Beweise.
Und die fehlen nun mal.

Selbstverständlich hat man immer wieder alte Karten aufgelegt, weil sie so schön anzuschauen sind.
Auch heute noch werden gerne bibliophile Kartenwerke neu gedruckt.

Das ändert nichts daran, dass noch keiner den Beweis erbracht hat, dass alle alten Karten jüngeren Datums sind, weil es den Druckern soviel Spaß bereitete, nicht das Druckjahr, in dem sie sich wähnten, sondern irgend ein früheres auf den Karten anzubringen.

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Wie verlässlich recherchiert Fomenko? 12 Dez 2015 18:42 #10326

Beiträge von "Tuisto" sind grundsätzlich zu ignorieren.

Dieser Mensch ist Illigianer, also glaubt er an alles seit Jesus Christus oder Julius Caesar - ausser Karl dem Grossen.

Mit einer solchen verqueren Auffassung kommen wir in der alten Geschichte nicht weiter.

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Wie verlässlich recherchiert Fomenko? 12 Dez 2015 20:07 #10327

@alle: Ich würde nie auf Allrych setzen.

Er ist ganz offensichtlich in der Kindheit stehen geblieben und zelebriert seither Märchenstunden.
Ja, er wagt es sogar, seine schlechte Märchen niederzuschreiben.

Im Übrigen, Allrych: ich glaube überhaupt nichts.
Ich weiß, wovon ich rede und ich belege, im Unterschied zu Dir und vielen anderen pseudohistorischen Märchenerzählern.

Mit anderen Worten: Ich bin kabbalistischer Gnostiker.
Das hat eine andere Qualität als Dein unbewiesenes Gefasel vom 18. Jahrhundert als Wissensgrenze.

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Wie verlässlich recherchiert Fomenko? 12 Dez 2015 20:57 #10328

Beiträge von "Tuisto", dem kabbalistischen Märchenerzähler, sind zu ignorieren.

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Wie verlässlich recherchiert Fomenko? 13 Dez 2015 11:53 #10329

Von Tuisto:

Sei versichert, da kommt nie etwas!
Zumal es nicht um Links geht, sondern um Beweise.
Und die fehlen nun mal.


Schade! Ohne Belege und Beweise bleibt alles im Unverbindlichen und Beliebigen. Man mag ja zu Illig oder Fomenko stehen wie man will, aber beeindruckend ist allemal - wenn man ihre Quellennachweise anschaut - mit welchem Fleiß und Nachdruck beide nach Belegen/Indizien/Beweisen aus allen möglichen Bereichen (Architektur, Kunst, Archäologie, Numismatik usw.) gesucht haben. Als Leser hat man damit selbst etwas, was man nachprüfen kann, auch wenn man vielleicht nicht die selben Schlüsse daraus zieht.

Ähnlich sorgfältig geht übrigens auch Charles Ginenthal ( www.velikovsky.info/Charles_Ginenthal ) mit seinen vier Bänden Pillars of the Past vor (z.B. hier: www.mikamar.biz/book-info/pop2-a.htm ).

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Wie verlässlich recherchiert Fomenko? 13 Dez 2015 13:37 #10331

Ich kenne Ginenthals Bücher, bin ich doch eng mit Chris Marx befreundet, der übrigens derzeit wegen einer Herz-OP recht malade ist. Ich hoffe, dass er sich bald erholt.

Chris wollte mir seine gesamte Bibliothek vermachen, zur der auch alles zählt, was je an Vernünftigem zu Velikovskys Thesen geschrieben wurde. Einiges habe ich mitgenommen, aber einen Großteil haben wir einem befreundeten Internet-Buchhändler aus Hanau zukommen lassen.

Damit aber keine Missverständnisse aufkommen. Selbstverständlich existieren ausreichend Belege und Indizien dafür, dass das Mittelalter gänzlich erfunden ist und dass die Spätantike direkt an das Spätmittelalter/Frührenaissance anzudocken ist. Dazwischen liegen etwa 700 fiktive Jahre. Es ist auch denkbar, dass sich Frührenaissance und Spätantike überschneiden und dass in dieser Zeit die echten "antiken" Werke geschrieben wurden.

Spätestens seit dem 13. Jahrhundert jedoch ist Geschichte (Due Cento in Italien) und vor allem die Chronologie dermaßen redundant, dass nur einzelne Ereignisse nachträglich von den Fälschern und Konstrukteuren hineinkomponiert werden konnten.

Keinesfalls war es möglich, auch die Renaissance und den Barock mit seinen unzähligen Erfindungen und Entdeckungen nachträglich zu fälschen bzw. zu erfinden.

Deshalb existieren eben auch echte Karten aus dieser Zeit und echte Bücher und echte Bauwerke und und und...!

Die Märchenerfinder hier wollen das natürlich nicht wahrhaben, sowenig wie die Mainstream-Journaille die gefährliche Realität hinter der von ihnen verkauften rosaroten Pseudo-Realität.

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Letzte Änderung: von Tuisto.

Wie verlässlich recherchiert Fomenko? 13 Dez 2015 14:02 #10332

Die Beiträge von Tuisto soll man ignorieren. Der ist Illigianer und glaubt an das ganze Geschichtsbuch.

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Wie verlässlich recherchiert Fomenko? 13 Dez 2015 19:29 #10334

Da vom Märchenerzähler Allrych nicht konkretes zu erwarten ist, zeige ich hier mal an einem konkreten Beispiel, worum es bei Fälschungen oder Fehldatierungen geht.

Eines der berühmtesten Bücher des MA ist das Liber Floridus, angeblich aus dem Jahr 1120 AD.


images.google.de/imgres?imgurl=https://u...fA8KHRCtCYMQ9QEILDAA


Hier die Weltkarte daraus:
images.google.de/imgres?imgurl=https://u...fA8KHRCtCYMQ9QEILDAA

Für sehr viel Geld kaufte 1710 Leibniz eine Kopie aus dem Jahr 1150:

"Das Originalmanuskript von Lambert befindet sich heute in der Universitätsbibliothek in Gent.[4] Außerdem gibt es zwei zeitgenössische Kopien, die beide etwa aus dem Jahr 1150 stammen, eine in der Bibliothèque nationale de France in Paris[5] und eine in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel.[6] Die Wolfenbüttler Kopie aus 105 Pergamentblättern wurde auf Initiative von Gottfried Wilhelm Leibniz, dem damaligen Leiter der Bibliothek, im Jahr 1710 erworben.[7] Beide Kopien unterscheiden sich in Details vom Original (z. B. in der darin enthaltenen Weltkarte).[3] Die Weltkarte in der Wolfenbüttler Kopie stammt nach einer Signatur nicht von Lambert, sondern von Martianus Mineus Felix Capella"

Auf Seite 50 entdecken wir einen gewaltigen Fehler:
diglib.hab.de/wdb.php?dir=mss/1-gud-lat&imgtyp=0&size=

Für das Jahr 33 AD wird, scheinbar der Tardition folgend,
korrekt als Kreuzigungsdatum VIII Kl. Apl.= 25.3.33 und
als Auferstehungsdatum VI Kl. Apl. = 27.3.33 genannt.

Nun weiß jeder, dass Jesus am Freitag gekreuzigt wurde und am Sonntag auferstanden ist.

Dumm nur, dass der 25.3.33 ein Mittwoch und der 27.3.33 ein Freitag war.
Dieser Fehler findet sich übrigens in sehr vielen der noch erhaltenen mittelalterlichen Handschriften in Westeuropa, selten hingegen in byzantinischen Handschriften, die den Tod korrekt auf Freitag, den 27.3.(33) und die Auferstehung auf Sonntag, den 29.3.(33) legen.

Das hat auch irgendjemand damals bemerkt, und die Zeilen rot durchgestrichen!!!

Warum hat der äußerst kluge und gebildete St. Omer dieses Datum gewählt und wie lässt sich das korrigieren?

Sehr einfach: Die Angaben stimmen alle im gregorianischen Kalender.
Denn im GK war am 25.3.33 Freitag und am 27.3.33 Sonntag!

Zu behaupten, das Buch stamme daher aus der Zeit nach 1582 erscheint logisch!
Man müsste zudem in das Original in Gent Einsicht nehmen. Es ist leider nicht digitalisiert, aber es soll eine Faksimile davon geben. Hoffentlich steht darin das Gleiche!

Es kann auch sein, (und das ist meine zweite Meinung dazu) dass die "gregorianische" Zeit-Rechnung (Nicht der erst 1582 veröffentlichte Gregorianische Kalender) bereits seit 1232 (siehe Sacrobosco oder die alfonsinischen Tafeln) bekannt war. Damals wurde nämlich der erkannte Unterschied von 10 Tagen im Jahr 1282 AD seit 0 AD durch einschlägige Beobachtungen und Berechnungen den Gelehrten bekannt.

Es gilt folgende kabbalistische Gleichung:
1582 (GK) - 532 (XK) = 1050 Jahre - 300 Jahre = 1282 (exakt 10 Tage Differenz seit 0 AD)
1050 = 3 x 350 Jahre, 2 x 350 = 700 Jahre, das ist der wahrscheinlichste Timeshift.
1282 - 50 Jahre = 1232 - 700 = 532 = XK des Exiguus.

1232 veröffentlichte Sacrobosco in Paris seinen Computus Ecclesiasticus.
Darin schägt er vor, den Fehler von 10 Tagen (von 0 bis 1282) durch Auslassen der nächsten 10 Schalttage (innerhalb der nächsten 40 Jahre)zu beheben. Wie präzise!

Und doch führt er darin alle Leser und uns zugleich aufs Glatteis, weil er die Differenz zwischen JK und tropischem Jahr nicht korrekt mit 0,0078 Tagen pro Jahr = 11,232 Minuten angibt, sondern sich auf Ptolemäus verlässt, der 5 Minuten Differenz angegeben hatte, was lt. Sacroboscos mathematisch korrekter Rechnung von 1440 Min/Tag : 5 Min Diff. je Jahr eine Differenz von 288 Jahren für 1 Tag ergibt.

Richtig sind jedoch ca. 128,8 Jahre je 1 Tag.

Wie kam er dann auf die 10 Tage?
Weil er die richtigen Werte kannte und die falschen nannte!!!

Allerdings wäre auch demnach das Buch von St. Omer zu früh datiert, es sei denn, man könnte zeigen, dass die GK-Kalenderrechnung (basierend auf dem Sonnenzyklus mit 1 Tag Abweichung je 120 bis 130 Jahren, ohne Korrektur des Mondzyklus, der vermutlich erst 1582 erfolgte) bereits existierte.

Der allgemein als der älteste bekannte und zugleich mit 120 Jahren sehr gut berechnete Wert findet sich im Computus des Magisters Chonrad aus dem (angeblichen) Jahr 1200. Damals trat nach seiner Beobachtung das Frühlingsäquinoktium gegenüber dem Beginn der Zeitrechnung (0/1 AD oder -44 JK Einführung?) 10 Tage früher ein.

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Letzte Änderung: von Tuisto.

Wie verlässlich recherchiert Fomenko? 13 Dez 2015 19:38 #10335

Bei einem solchen Thema, alten Landkarten, bringt es dieser Tuisto noch fertig, seine verdammte Numerologie anzuhängen.

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