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THEMA: Kriminalistische Geschichtsanalyse

Kriminalistische Geschichtsanalyse 18 Mai 2009 14:29 #61

Dieter Bremer stellt im alten Hauptforum eine altbekannte Forderung auf:

Und wenn die Wissenschaftler endlich so arbeiten würden wie die Kriminalisten - und zur Bestandaufnahme neben den nachweisbaren Fakten auch die Zeugenaussagen (sprich die Überlieferungen) heranziehen würden - wären wir alle schon viel weiter.

Quelle

Dagegen wäre auf den ersten Blick rein gar nichts einzuwenden, wenn Herr Bremer oder wer auch immer ebenfalls nach dieser Methode kritisch die sogenannten Zeugenaussagen auf ihre Stimmigkeit hin überprüfen würde. Objektiv gesehen kann man das nicht. - Nicht nur deswegen gibt es im Strafrecht die Verjährung. - Teils weiss man bei den historischen Gewährsleuten nicht einmal, ob die Aussagen authentisch sind, von wem sie tatsächlich stammen oder wann sie gemacht wurden. Geschichte ist ein Elendstoff.

Aber diese Einwände entbinden den Historiker samt den assoziierten Hilfsleuten nicht von der Pflicht, es zumindest zu versuchen, den Gehalt nach kriminalistischer Manier zu verifizieren. - Ansonsten landen wir bei den Flachköpfen, die Homers Erzählungen quasi zum Nennwert nehmen.

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Aw: Kriminalistische Geschichtsanalyse 18 Mai 2009 16:32 #63

Die Nennung (Kriminalistik) von Herrn Bremer in Ehren. Aber wo ist das möglich?

An welcher Stelle der gelehrten Historie fängt das Echtheitszertifikat an?

Ich sehe dies sehr gelassen!

Die komplette Geschichte basiert auf Mythen.

Geschichte besteht aus Geschichten!

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Aw: Kriminalistische Geschichtsanalyse 18 Mai 2009 16:39 #64

Möglicherweise habe ich den hier genannten Text von mir selbst etwas verkürzt dargestellt.

Selbstverständlich ist doch:

1.) Dass auch Kriminalisten die Zeugenaussagen wichten müssen. Wer sagt die Wahrheit, wer verschweigt sie? Wer irrt fahrlässig, wer irrt vorsätzlich? Kann sich der Betreffende überhaupt richtig erinnern?

2.) Natürlich müssen die Wissenschaftler dasselbe machen. Wenn aber eine Reihe von Zeugenaussagen weltweit eine praktisch identische Aussage macht, wie würde Interpol verfahren? Wie die Wissenschaftler verfahren, ist bekannt: Trotz weltweiter Überlieferungen zur Sintflut, davon zum größten Teil zu einer weltweiten Flut, wird diese als "regionales Ereignis" heruntergespielt.

Und um auf Homer zu antworten: Wer hat den schon mal nachgefragt, warum dort ein purpurnes bzw. weinrotes Meer beschrieben ist? Dasselbe betrifft die Argonautika, dort übrigens ab einem ganz bestimmten Zeitpunkt. Ein Schelm, wer dabei an Ragnerök und das dort beschriebene rot gefärbte Meer denkt! Oder: Warum wird Charybdis als quasi dämonisch beschrieben, obwohl doch Ebbe und Flut etwas Selbstverständliches sind?

Ein Kriminalist würde sich über all das Gedanken machen, unsere Wissenschaftler offenbar nicht ...

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Aw: Kriminalistische Geschichtsanalyse 18 Mai 2009 17:03 #65

Das Problem bleibt, dass die Textüberlieferungen zeitlich teils unmöglich zu fassen sind.

Wann wurden diese Texte erstellt?

Nehmen wir den vielleicht Extremsten unter den CK-lern, Christoph Pfister:

Er geht davon aus, dass Homers Werk (Homer aus St-Omer, F) im 18. Jahrhundert verfasst worden sein soll. - Wie die meisten anderen alten Textquellen übrigens auch.

Axiomatisch setzt er voraus, das Alter eines Texts lasse sich anhand der Fundzeit bestimmen, sprich der Zeit, in der dieser gefälscht worden sei, bzw. anhand der Druckzeit, die notabene nie vor 1720/30 als plausibel zu sehen sei. Vor solchen Sachverhalten, sofern Pfisters Annahmen als nicht vollkommen irrwitzig abgelehnt werden müssen, könnte auch Interpool nicht anders als kapitulieren. Die Kriminalisten jagten einem Phantom hinterher.

Erschwerend kommt hinzu, einer schrieb den anderen ab. So kommt es, dass Sie inhaltlich ähnliche bis gleich lautende Überlieferungen finden. Hinter den unterschiedlichen Texten aber, die nach orthodoxer Lehre in zeitliche völlig verschiedene Entstehungszeiten angesiedelt werden, nicht zuletzt weil man kritiklos der darin zu findenden Datierung glaubt, hinter solchen Texten also, steckte nicht selten eine und dieselbe Person oder Schreibwerkstatt.

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Aw: Kriminalistische Geschichtsanalyse 18 Mai 2009 17:09 #66

Gogol schrieb:

Die Nennung (Kriminalistik) von Herrn Bremer in Ehren. Aber wo ist das möglich?

An welcher Stelle der gelehrten Historie fängt das Echtheitszertifikat an?

Ich sehe dies sehr gelassen!

Die komplette Geschichte basiert auf Mythen.

Geschichte besteht aus Geschichten!


Das ist doch keine Haltung sondern Wischiwaschi im Lehnstuhl, gelassen. Es geht doch darum, der Verdummung Einhalt zu bieten. Das ist Knochenarbeit, um beim Beruf der Archäologen zu bleiben.

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Aw: Kriminalistische Geschichtsanalyse 18 Mai 2009 17:59 #69

@Mingerin,

Es geht doch darum, der Verdummung Einhalt zu bieten. Das ist Knochenarbeit, um beim Beruf der Archäologen zu bleiben.
Respekt für dieses Vorhaben!

Wo wollen Sie damit anfangen?

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Aw: Kriminalistische Geschichtsanalyse 18 Mai 2009 18:08 #70

es ist fast schon rührend mit welcher unschuld die geheimratsmythologien für bare münze genommen werden

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Aw: Kriminalistische Geschichtsanalyse 18 Mai 2009 18:25 #71

@berliner salon,

es ist fast schon rührend mit welcher unschuld die geheimratsmythologien für bare münze genommen werden
Leider ist es so!

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